Ledersprung / Barbarakommers

Barbarakommers des Leobener Cartellverbandes

Da Glückauf als katholische Verbindung Duell und Mensur ablehnt, wurde sie bereits in den ersten Jahren ihres Bestehens auf akademischem Boden und bei gesellschaftlichen Veranstaltungen von den damaligen anderen Verbindungen denunziert.

Es war den Mitgliedern Glückaufs verwehrt, beim akademischen Ledersprung mitzuwirken. Daher begann man im Wintersemester 1926/27 mit der Abhaltung einer eigenen Barbarakneipe mit Ledersprung. Diese kleine Veranstaltung entwickelte sich über die letzten Jahrzehnte zu einem Großereignis, das über Leoben hinaus bekannt ist. Die Veranstaltung wird abwechselnd von der K.Ö.St.V. Glückauf und ihrer Tochterverbindung, der K.Ö.St.V. Kristall, abgehalten.

Es ist mittlerweile Tradition, dass die erstsemestrigen Mitglieder von Glückauf und Kristall zweimal über das Arschleder springen. Einmal am Ledersprung der Montanuniversität und einen Tag darauf am Ledersprung des Barbarakommerses. Beim akademischen Ledersprung muss nach strenger Vorgabe gesprungen werden, am Barbarakommers jedoch darf auch eine Freistilvariante gewählt werden (siehe Foto)!

Ledersprung der Montanuniversität Leoben

Ledersprung

An jenem Freitag, der dem Barbara-Tag (4. Dezember) am nächsten liegt, findet am Abend der „Ledersprung“, das Aufnahmeritual in den Bergmannsstand, statt. Der Akademische Ledersprung ist eine Veranstaltung der Montanuniversität Leoben, die von einer durch den Rektor betrauten Korporation durchgeführt wird. Der genaue Ablauf ist im Ledersprungabkommen festgelegt.

Der Festakt beginnt mit dem Einzug der Chargierten. Es folgen der Rektor und die Professoren. Danach ziehen, umrahmt vom mehr als 1000 Gästen zählenden Auditorium, die Erstsemestrigen ein. Nach einer Reihe von Studentenliedern und Ansprachen springen die Studierenden nach Beantwortung von vier Fragen (Name, Herkunft, Stand und Wahlspruch) und dem Leeren eines Seidels Gösser-Bier über das „Arschleder“ (dieses schützte den Bergmann vor Nässe und wird am Leibriemen getragen), das vom Rektor und dem ältesten anwesenden Bergingenieur gehalten wird.

Es ist gesichert, dass der Brauch des Ledersprungs von der Bergakademie Schemnitz, später Selmecbanya, heute Banská Štiavnica in der Slowakei, nach der Revolution von 1848 durch den Auszug der Studenten deutscher Sprache nach Leoben kam und in der kaiserlich-königlichen Montanlehranstalt zu Leoben unter dem Direktor Peter von Tunner besonders gepflegt wurde.