Christliche Verantwortung in Wirtschaft und Technik

In Leoben befinden wir uns im ständigen Konflikt zwischen dem Entwickeln von High-Tech-Produkten und dem Bewahren katholisch-bergmännischer Traditionen. Somit stellen wir uns folgende Frage: Inwieweit sind wir als
Katholiken für unsere Produkte und deren umwelt- und sozialpolitische Folgen verantwortlich?

Christliche Verantwortung in Wirtschaft und Technik
Eine Gefahr unserer Zeit ist nicht der immer lauter werdende Atheismus, sondern das indifferente Verhalten von uns Christen zu Gott. Diese Gleichgültigkeit über die Existenz Gottes ist nicht nur eine Erscheinung des „Traditions-Christen“, sondern entstammt der Angst Gott zu begegnen. Als Christen sollten wir aber offen für diese Begegnung sein und tragen somit auch Verantwortung in unserem Denken und Handeln. In Führungspositionen haben wir im Berufsleben und auch darüber hinaus gehend eine schwere Last zu tragen: Es gilt wirtschaftliches Denken mit den Grundsätzen unseres Glaubens zu verbinden. Die Verantwortung als Führungskraft darf nicht auf Kosten der Mitarbeiter oder des Produktes ausgenützt werden. Auch in der Finanzwirtschaft spiegelt sich diese Verantwortung zur Nachhaltigkeit wider. Christliche Verantwortung in Wirtschaft und Technik bedeutet aber auch, dass wir als Christen dazu verpflichtet sind unsere Werte zu vermitteln.

Welche studentische Organisation außer dem Österreichischen Cartellverband könnte dieser Aufgabe gerecht werden?
Ich sehe es als eine Pflicht des Vorortes, Anstöße für ein gelebtes und lebendiges katholisches Couleurstudententum zu geben; Anstöße zu all unseren Prinzipien in Kombination mit den Grundwurzeln der christlichen Werte. Der ehemalige Vorort, die K.Ö.H.V Franco-Bavaria zeigte, dass Gott nicht im Widerspruch mit der Wissenschaft steht.

Wir möchten die Verbindung von Mensch und Gott und deren Haltung zueinander wieder in den Köpfen der Menschen wachrufen. Eine Aufgabe, die sich nicht in einem Jahr bewältigen lässt, aber der Vorort kann den Zündfunken zu einem Feuer legen. Es liegt an unseren Verbindungen, am ChC und am Umgang mit unseren Bundesbrüdern, der Gesellschaft weiterhin ein lebendiges Feuer zu sein. Der Österreichische Cartellverband soll in der Öffentlichkeit nicht als lustige Studentenvereinigung dargestellt werden, sondern als eine Gemeinschaft, die getragen wird von Menschen mit Lebensfreude und Weitblick.

 

Dipl.-Ing. Mario Kuss

Vorortspräsident des ÖCV 2011/2012